Bauernpräsident Heidl: Turbulente Zeiten für die Landwirte

Herrsching (dpa/lby) – Auf ihrer jährlichen Landesversammlung haben die bayerischen Bauern ihrem Unmut über die Agrarpolitik auf EU-, Bundes-, aber auch auf Landesebene Luft gemacht. Bauernpräsident Walter Heidl beklagte zum Auftakt am Freitag in Herrsching, es seien aufgeregte, schwierige und turbulente Zeiten für die Landwirte. Hauptgrund seien nicht die sinkenden Erlöse. Aufgebracht sei die Stimmung vor allem wegen immer neuer Vorschriften und Auflagen, unter anderem bei der Düngeverordnung, aber auch im Umwelt-, Arten- und Klimaschutz. Viele Bauern fühlten sich in Diskussionen in der Gesellschaft zudem «als Sündenböcke in die Ecke gestellt». Jetzt sei entschlossenes Handeln nötig, um all diese Probleme zu lösen.


Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) räumte ein: «Wir haben wirklich verdammt schwierige Zeiten.» Die Lage sei aber auch nicht hoffnungslos. Kaniber sicherte den Bauern grundsätzlich Unterstützung zu und versprach bei einigen Details möglichst schnelle Abhilfe, etwa beim Streit um den Schutz von Gewässerrandstreifen. Sie betonte aber auch, sie sei keine «Befehlsempfängerin» der Bauernschaft, sondern müsse als Ministerin unterschiedliche Positionen zusammenführen. Und auch wenn in der Landwirtschaft in Bayern vieles schon sehr gut sei - vielleicht könne man tatsächlich noch ein Stück besser werden, etwa beim Arten-, Tier- und Klimaschutz, beim Schutz der natürlichen Ressourcen, aber auch bei der Kommunikation mit den Bürgern.

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